Berg der Kreuze
Ursprünglich stand hier im Mittelalter eine hölzerne Burg. Später entwickelte sich der Hügel zu einem symbolischen Gedenkort: Ab dem Jahr 1863 begannen Menschen aus der Umgebung, Kreuze für die im Aufstand gegen das Zarenreich gefallenen Freiheitskämpfer zu errichten. Die abgelegene Lage half dabei, der zaristischen Repression zu entgehen – und machte den Ort zu einem stillen Zentrum des Widerstands. Nach der Unabhängigkeit Litauens im Jahr 1990 wurde der Berg der Kreuze rasch zu einem wichtigen Wallfahrtsort. Internationale Aufmerksamkeit erhielt er vor allem durch Papst Johannes Paul II., der den Hügel im Jahr 1993 besuchte und segnete.
Pilger hinterlassen an den Hängen des Berges nicht nur Kreuze und Rosenkränze, sondern auch andere persönliche Gegenstände – als Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und des Gebets. Viele dieser Kreuze sind handgefertigt und sind wichtige Beispiele litauischer Volkskunst. Die Tradition des litauischen Kreuzhandwerks wurde deshalb auch von der UNESCO als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit ausgezeichnet.